Allgemeines

A6D1781F-C464-450A-BF1D-038A1C28D69F

Wenn ich mit meiner Portugiesischen Wasserhündin in der Stadt unterwegs bin, vergehen keine fünf Min. bis wir von jemanden angesprochen werden. Immer wieder wollen Leute alles über unseren Hund wissen und finden sie besonders süß. Einfach jeder ist von unserer „Hera“ begeistert, und sie tut alles um zu begeistern. Kaum jemand weiß, dass es sich bei diesem Teddybären ähnlichen Hund um einen Portugiesischen Wasserhund handelt. Sie wird oft mit einem Königspuddel verwechselt, ist aber doch um einiges kleiner und hat ein viel weichers Fell. Wenn dann die Aufklärung über die Rassenbezeichnung vollendet ist, stellen wir aber immer wieder fest, dass jedem bekannt ist, dass auch der Amerikanische Präsident Obama, einen Portugiesischen Wasserhund für seine Kinder besitzt, nur „in echt“ sieht man diese Rasse eben sehr selten. Nun, wie der Name schon sagt, kommt der Portugiesische Wasserhund aus Portugal.  In Portugal haben es die Hunde den Menschen möglich gemacht, den Lebensunterhalt durch die Fischerei zu bestreiten und die Hunde haben sich damals als vollwertige Arbeitskräfte ihre Mahlzeit verdient. Wann genau sich die Portugiesen der guten Eigenschaften der Wasserhunde bedient haben, kann man heute nicht so genau sagen, die Hunde haben sich im Laufe der Zeit angepasst und die Menschen schätzten ihre unabhängige Art, das Furchtlose und die Bereitschaft mit den Menschen zusammenzuarbeiten.

Der Portugiesische Wasserhund ist von mittlerer Größe (Höhe ca. 52 cm), kräftig gebaut, in der Lage den ganzen Tag seine Arbeit zu verrichten, intelligent, mutig, treu, er eignet sich als Begleiter und Wachhund, nicht aber als Schutzhund. Unsere Hündin verbringt die meiste Zeit mit mir im Büro und unterhält dort vorzüglich die wartenden Kinder meiner Kunden.

Die Rasse lässt sich gut mit Hunden anderer Rassen zusammen halten. Aufgrund der vielen positiven Eigenschaften und vor allem durch das Nichthaaren, eignen sich die Wasserhunde auch für weitergehende Ausbildungen, wie beispielsweise für Blindenführung , Rollstuhl-Begleithunde, Hunde für Gehörlose, Therapiehunde für Kinder mit verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten etc. Ein großes weiteres Aufgabengebiet ist die Rettungshundearbeit, für die ein Wasserhund ebenso geeignet ist. Letztendlich bleibt aber die heute wichtigste Aufgabe, des ganz normalen Familienhundes, der kinderlieb, verträglich und recht einfach zu erziehen ist.

Der Jagdtrieb ist mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Unsere Hündin kann bei einem Spaziergang schon mal die Fährte verfolgen, die ein den Weg kreuzender Hase gehoppelt ist. Aber sie kommt dann auch rasch wieder zurück, wenn man sie ruft. Wenn ein Tier vor ihr wegläuft, dann lauft sie zwar hinterher (ich denke da an die Katzen, die unsere Sparziergänge kreuzen) aber sie hat dann nicht den „Killerinstinkt“ wie der eine oder andere Jagdhund und schaut sich hilfesuchend und ganz verdutzt nach uns um, wenn die Katze plötzlich stehenbleibt. Also, Opfer hatten wir bisher nicht zu beklagen. Weiters hat sie auch hervorragende Apportiereigenschaften, was  wir schon beim ganz jungen Hund erkennen konnten. Wenn es am Abend ruhiger wird, möchte sie immer noch mit uns spielen und bringt uns sämtliche Teddybären, die wir extra für sie in einem eigenen Regal aufbewahren. Noch nie hat sie Dinge aus einem anderen Regal genommen oder vom Beistelltisch im Wohnzimmer, obwohl hier manches Mal für sie ganz interessante Dinge liegen würden. Ebenso war es von Anfang an kein Problem, sie aus der Küche raus zu halten, obwohl diese nur durch einen anderen Boden vom Rest des Wohnzimmers getrennt ist. Selbst wenn wir beim abendlichen Spielen einen Ball quer durchs Wohnzimmer unabsichtlich in die Küche rollen, bleibt sie am Küchenanfang stehen und holt den Ball nicht, sondern winselt und bellt, um uns zu informieren, dass der Ball für  sie nicht zu erreichen ist.

Schnüffelstunden sind ebenfalls sehr beliebt. Für stundenlanges Radfahren ist unser Wasserhund allerdings nicht zu begeistern, nach 15 bis 20 Min. wird ihr dabei langweilig und sie zeigt ganz deutlich, dass sie keine Lust mehr hat mitzulaufen. Viel lieber spielt sie ausgelassen mit anderen Hunden, und zwar mit jedem. Sie kommt mit jedem fremden Hund  gut zurecht – mal mögen sie sich lieber, mal weniger, aber noch nie hat es Ärger gegeben.

Bei guter Pflege und Ernährung kann der Wasserhund sehr alt werden, nicht selten über 14 Jahre. Den Tierarzt sehen die meisten nur einmal jährlich zum Impftermin. Von gesundheitlichen Problemen bleiben Wasserhunde zum Glück meistens verschont. Verantwortungsvolle Züchter haben aber ein wachsames Auge auf auftretende Erbkrankheiten, die heutzutage glücklicherweise per entwickeltem Gentest in Amerika im Vorfeld untersucht bzw. getestet werden können und sollten.